Sonntag

jeden Sonntag verweilen

wir am Frühstückstisch

für zwei

deine Blicke kommen

nicht einfach in Worten

zu mir

sie umgarnen mich

in rosa Gier

nach Lippen und Gedanken

voller Träumerei

wir lieben uns zu sagen

spüren noch die Nacht

alle Worte würden es nur

falsch sagen

was uns beide

gerade glücklich macht

©Josef Ambrosch

Fesseln

dein Herz ist wie eine Burg

die meine Liebe besteigen muss

deine Liebe noch immer in einer Gedankenzelle

an eine andere Seele

deine Gefühle weit hinten

in Fesseln gelegt

du hast sie gut versteckt

der mühsame Weg zu dir

trübt langsam meine Sicht

der Schmerz in meiner Brust

zwingt mich zur Rückkehr in mein Leben

es liegt in Fesseln

meines Herzens

das frei für dich ist

©Josef Ambrosch

Einleitung im Buch, oder der Grund warum es das Buch „Seemond“ ab März 19 gibt!

Vor ein paar Tagen auf der Couch, in meiner „Cloud“ von 1978 blätternd, zu der man damals noch Photoalbum sagte. Ich erinnerte mich dabei an mich, diesen unfertigen und verrückten 17jährigen, dem nichts unmöglich schien, der mit Träumen und Wunschballons in der Seele mit den Beinen am Boden aber mit dem Kopf meist zwischen den Wolken war, um das zu finden was es unten nicht gab.

Bei diesem an mich erinnern konnte ich mich nicht mehr finden, musste mich selbst wieder suchen. Wo war ich verschwunden?

Das Leben formte mich nach seinem Muster, das Kind, der Junge, ja der Spinner, der nie so recht erwachsen werden wollte, machte dem Mann Platz. Dem Mann, der Erwartungen erfüllte, Vernünftiges getan hat, Träume auf später terminierte und Gefühl in sich trug, das zu falscher Zeit, unter falschen Bedingungen glänzte und zum bleiben einlud.

Der tanzende Junge auf dem Bild, nicht fragend warum er tanzt, dass bei ihm zwei Welten aufeinandertreffen, keinen Grund für Glück haben zu müssen, ist nicht mehr.

Als ich die Suche nach mir intensivierte fand ich ihn, diesen wertvollen Kern in mir. Er hatte Gestalt und Form verändert. Anstatt Verrücktheit und Unbekümmertheit übernahmen Gefühl, Herz und Lust die Plätze. Lust auf Leben, Lust auf Gefühl, Lust zu lieben und geliebt zu werden. Mir wurde wieder bewusst, dass mein Mund noch immer die Wolken schmeckte, auch wenn die Abdrücke am Boden jetzt etwas tiefer waren. Ich schreibe Verse, lese und liebe Gedichte, schreibe an meinem ersten Buch und vor allem bin ich im Herz und im Kopf frei, für alles was das Leben noch für mich bereithält. Der Mann, der Junge auf dem Photo tanzt wieder, mehr denn je …

Unterschiede

Liebe schreibt jeder anders

dein langgezogener Bogen

im e ist mir fremd

du wirst nie wissen

wieso ich den Punkt

auf dem i anders setze als du

wir schreiben Gefühl beide verschieden

und lesen doch dasselbe Wort

Liebe

©Josef Ambrosch