Bruchstelle

Wir werden sein wie die scherben
der dinge aus ton: nie mehr
ein ganzes, vielleicht
ein aufleuchten
im wind

Reiner Kunze

Die Zeilen von Reiner Kunze, dessen Ein- und Ansichten ich sehr mag, lassen meine Gedanken gerade über das Leben, die Gefühle und die Liebe mit meinen Worten sinnieren.

Das Brechen der Liebe beginnt ja in den meisten Fällen nicht in der Liebe selbst.

Die Gewohnheit
sucht die Bruchstellen
der Gefühle dort
wo sie wehrlos sind.

Und ein kleiner Knacks im Gefühl, kann sich in der Selbstverständlichkeit des Alltags, und der Sicherheit einer Beziehung entwickeln.

Sie schleicht sich
unbemerkt
in unsere Worte
und lässt Uns
selbstverständlich
werden.

Fehlende Kommunikation, Aufmerksamkeitsdefizit und eingefahrene Rituale und Routine werden dann zur Bruchstelle. Verlustängste und das Festhalten am Gewohnten, ist wie der Versuch eine Vase mit Klebstoff wieder ganz zu machen. Die kleine Stelle wird immer verletzlich bleiben, und leichter zerbrechen als der ganze Rest.
Dieses kurze Aufleuchten im Wind, löscht meist der Hauch von Enttäuschung, des Betruges (an sich selbst und dem Gegenüber), und die Sehnsucht nach Vollständigkeit.

Ich will deshalb nie selbstverständlich sein, und will nie aufhören, Dich anfangen zu entdecken.

Dies ist natürlich nur das Empfinden eines Mannes, der nicht nur über Gefühle spricht, sondern sie in mein Leben lässt, weil ohne Gefühl und Liebe das Leben einen Knacks hat.

Würde mich über Euer Fühlen und Denken sehr freuen.

Als die Liebe
das Verliebtsein
verloren hatte,
Selbstverständlichkeit
die Leichtigkeit ersetzte,
und in der Tiefe
der Beziehung nur noch
Schwere war,
fand die Versuchung
leicht ihren Weg
des Verliebtseins.

©Josef Ambrosch

Glücksrauch

Das kleine Haus unter Bäumen am See.

Vom Dach steigt Rauch.

Fehlte er

Wie trostlos dann wären

Haus, Bäume und See.

Bertolt Brecht, Der Rauch

Die Zeilen von Bertolt Brecht zeichnen mit Worten Bilder, die mich daran erinnern, wie perfekt und vollkommen mir das Leben manchmal Momente, Augenblicke und das Leben von anderen Menschen zeigt. Ein Leben, dem aber genau dieser Rauch fehlt.

Der Rahmen und die Farben sind perfekt aufeinander abgestimmt, und oft bin ich versucht keinen zweiten Blick auf dieses Bild zu machen. Ich habe jedoch gelernt, hinter Farben zu schauen, und mich darin zu suchen.

Den Rauch in meinem Leben habe ich gefunden. Er ist meine Sehnsucht, mein Fühlen und meine Liebe. Deshalb bin ich immer da zuhause, wo mein Gefühl und die Liebe ein Feuer entzünden, und der Rauch sanft kräuselnd durch den Kamin Bilder in unsere Herzen malt.

der Moment

als ich mit dir

ohne Gepäck

in Gefühlen verreiste

und alles bei dir fand

was ich zum Lieben brauchte

©Josef Ambrosch

Offener Vorhang

um Mich zu finden

um Dich zu Lieben

musst du den Vorhang

zu meinem Herzen

so wie ich zu deinem öffnen

Das zarte Federnnest

meiner Sehnsucht

in deiner entdecken

um mit dem unbekannten

Meer zu treiben

auf dem wir keinen Anker

brauchen

©Josef Ambrosch

Wunder haben keinen begrenzten Radius

„Dass dieses trübe, und zum Teil stürmische Jahr 2020 noch Wunder blühen hat lassen, ist ein Wunder für sich.“

Dieses jetzt hinter mir liegende Jahr, zeigte mir wieder, dass es nicht an den Umständen liegt, die Wunder möglich machen.

Wunder haben keinen begrenzten Radius, aber manchmal soll man über Grenzen, und aus sich heraus gehen, damit das Wunder sieht, ich bin da.

Wunder muss man in sein Leben lassen, besonders die, die man selbst noch machen muss.

Das leise Fallen der Schneeflocken hören

( Das leise Fallen der Schneeflocken hören )

So wie die leisen, kleinen Schneeflocken der Welt heute ihren Zauber geben, tun es die leisen, kleinen Worte zwischen zwei Menschen.

Liebenswillen

dieses dich
das ich in jedem
fremden Gesicht
suche
diese Berührung
die ich mit jedem
Wind wie die deine
fühle
diese Stimme
die mir nachts
die Sterne
flüstern
dieser Kuss
der so zart auf
deiner letzten weißen
Rose
still wie ein Regentropfen
schläft
bis das letzte Blatt
zu Boden fällt
es spürt
es will
Lieben

@Josef Ambrosch

Lächelnde Erinnerung

Mein Tag begann mit dem Weg zum Bäcker, um den Urlaubstag in aller Ruhe, und mit einem ausgiebigen Frühstück zu beginnen. Während ich schon unterwegs war, war meine Maske natürlich noch daheim.

Meine Reaktion darauf, zeigte mir was eben diese Maske in mir verändert hat. Ich lächelte einfach, nur für mich. Ich war schon immer ein sehr positiver, fröhlicher Mensch, der auch in der Tiefe lachen kann. Doch seit dem Ausbruch der Pandemie und dem Tragen der Maske, lächle ich bewusster, nicht anders als zuvor, aber dieses Lächeln für mich selbst, ist intensiver spürbar geworden, und ich empfinde dies als wunderbares Geschenk.

So hat mich kurioserweise Covid-19 wieder daran erinnert welch glücklicher, zufriedener und ausgeglichener Mensch ich bin.

Wenn Denken und Fühlen
zärtlich zueinander sind,
kann ich das leise Lächeln
meiner Geschichte hören.

@Josef Ambrosch

Einen lächelnden Dienstag wünsche ich Euch!

Reiche Erinnerungen

Der einfache Wunsch miteinander Zeit zu verbringen,

lässt meine Erinnerungen zu Augenblicken werden,

in denen ich mich immer sehr reich fühle.

©Josef Ambrosch

Die Zeit zwischen dem Leben. Zeit um über mein Leben nachzudenken.

Den Tag warten lassen, um mehr von mir zu haben……

Mit diesen Worten, die ich auf meinem https://wortgefuehle.blog vor einiger Zeit geschrieben habe, zeigt sich am besten wie mein Leben, durch langsamer leben, lebendig und intensiv wurde.

Ich liebe es, dieses Leben zu berühren, zu fühlen, und dabei auf meinen Grund zu kommen. Konstantin Wecker singt in seinem wunderschönen Lied „Liebeslied im alten Stil“, dass es die Hauptsache ist sich zu berühren, und in sich einzutauchen. Einzutauchen, ohne zu wissen, wie tief dieses Meer ist.
Das Leben und die Liebe für mich selbst, schenken mir das Vertrauen, fliegen zu lernen, während ich falle.

Es sind meist die kleinen Momente des Glücks, die mich eintauchen lassen, in mich, meine Gefühle und Gedanken. Da ich leidenschaftlicher Kaffeetrinker bin, bewunderte ich lange Zeit, die glänzenden und verschnörkelten Wundermaschinen, aus denen unten das „Schwarze Gold“, wie von Zauberhand in die Tasse fließen kann. Ich hatte und habe eine davon auch noch in Gebrauch, einfach weil es z.Bsp. für mehrere Gäste praktisch ist.

Ein Moment des kleinen Glückes ist für mich jedoch meine kleine „Bialetti“. Die einfachste und ehrlichste Art, mir italienische Lebensfreude und Genuss zu schenken. Das kleine Wunderteil schenkt mir Zeit für mich, und hilft mir neue Perspektiven zu finden, sie lässt mich über Probleme lächeln, und ist meine Ruheinsel im Tag. Ich gebe mir Zeit, selbst gemahlenes Kaffeepulver in das Sieb zu füllen, dieses dann sanft zu schütteln um es zu verteilen. Beim Warten vor dem Herd denke ich oft an das Leben, und wie es sich bereithält, und lächle bei der Erkenntnis, dass ich früher für das Leben bereit war, und um wie viel besser es sich anfühlt jetzt selbst die Regie zu führen.
Die Kunst des richtigen Augenblicks lerne ich immer wieder, wenn es darum geht, sie punktgenau vom Herd zu nehmen und in die Tasse zu gießen.. Die richtige Menge Zucker, und dieses zärtliche umrühren, zeigen mir immer wie wichtig die Zutaten auch in meinem Leben sind, und wie unersetzlich die kleinen zärtlichen Momente zwischen meinem Leben und mir.

Die kurze Zeitspanne des Genusses der kleinen Tasse flüstert mir dann immer leise in die Seele:

als ich dachte
dass Leben eine Zeit ist
zeigte es mir
dass die Zeit
Leben ist

Schwer zu Leicht von „Die Plank“

Und wieder erreicht meine liebe Freundin Julia Plank mit Ihrem neuen Album „Schwer zu Leicht“ mein Seelenhören. Heute hatte ich endlich die Zeit ihr neues Werk mehrmals anzuhören. Für mich sind Ihre Texte ein Lesen von Seele, Herz, Gefühl und Leben.

Die 12 Songs (51 Minuten) nehmen mit auf eine Reise in die eigene Vergangenheit, erzählen von eigenen Wünschen, Gedanken und Fragen. In „Frieden“ finde ich meinen Schatz wieder, bei dem alles gut ist wie es ist. „Schwindelfrei“ erzählt von der Eskalation in der Partnerschaft, und „Schwer zu Leicht“ entführt in das Gefängnis des eigenen Ich‘s.

Kauft Euch einfach das Album und taucht selbst in Poesie, Sehnsucht und Vertrauen ein. „Gefühl pur“ von „Die Plank“

Als kleines Schmankerl der Song „Frieden“ mit Gedanken von mir dazu.

https://music.apple.com/de/album/schwer-zu-leicht/1540589388