JAHRHUNDERTLIED VON ERIKA PLUHAR

Das -Jahrhundertlied- von Erika Pluhar, das Ihr weiter unten findet, ist für mich die schönste Liebeserklärung. Nicht nur an das Gegenüber, sondern auch an mich selbst. Es beschreibt das selbstverständliche Lieben um des Wesens Willen, egal wie die Beleuchtung ist und wie die Umstände sind.

Es ist die Freiheit lieben zu wollen, weil man lieben kann.

JAHRHUNDERTLIED

Sollte ich es einmal schaffen

neben Dir bei mir zu bleiben

ohne mich verschließen zu müssen,

dann werde ich zu Dir gehen können

ohne Furcht.

Sollte ich es einmal schaffen

neben Dir unbeirrbar zu sein

ohne um mich schlagen zu müssen,

dann werde ich Dich umarmen können

ohne Traurigkeit.

Sollte ich es einmal schaffen

neben Dir mich selbst zu achten

ohne mich behaupten zu müssen,

dann werde ich Dich lieben können

ohne Schatten.

Erika Pluhar

Liebesbeziehung mit mir

Am Abend anlehnen
um die Nacht zu finden
und die Gedanken des Tages,
tauschen gegen die Träume
der Nacht.

©Josef Ambrosch

Wenn der Tag sich langsam am Abend anlehnt, kurz bevor die Nacht beide umhüllt, entdecke ich für mich immer mehr diese kleine stille Zeitspanne, in der meine Gedanken und Gefühle Händchen halten.

Diese Zeit ist mittlerweile mein Ruheplatz im Alltagsleben. Die Ruhe erzählt mir von den Augenblicken des Tages, von den kleinen Höhen und Tiefen darin, und von mir. Ich höre dann immer aufmerksam zu, und ab und zu erkenne ich mich nicht sofort.
Die Gedanken beschreiben mich dann den Gefühlen. Diese lächeln milde, und antworten den Gedanken, dass sie den lieben der ich war, den der ich bin, und den, der ich sein werde.

Eine kleine Romanze, die meine Liebesbeziehung mit mir zur Lebensliebe macht.

Wünsche Euch einen harmonischen Abend🍀

Sonntag und Zeit

jeden Sonntag verweilen

wir am Frühstückstisch

für zwei

deine Blicke kommen

nicht einfach in Worten

zu mir

sie umgarnen mich

in rosa Gier

nach Lippen und Gedanken

voller Träumerei

wir lieben uns zu sagen

spüren noch die Nacht

alle Worte würden es nur

falsch sagen

was uns beide

gerade glücklich macht

©Josef Ambrosch

Abenteuer

Nachts,

wenn mein Gefühl für dich

nur dein Ein und Ausatmen ist,

denke ich oft an das Meer

und an das Abenteuer der Einsamkeit

wenn das Meer in der Dunkelheit

nur das Geräusch der Wellen ist.

Du wirst mir dann wesentlich

und mein Gedächtnis 

räumt das Überflüssige auf.

©Josef Ambrosch

Bruchstelle

Wir werden sein wie die scherben
der dinge aus ton: nie mehr
ein ganzes, vielleicht
ein aufleuchten
im wind

Reiner Kunze

Die Zeilen von Reiner Kunze, dessen Ein- und Ansichten ich sehr mag, lassen meine Gedanken gerade über das Leben, die Gefühle und die Liebe mit meinen Worten sinnieren.

Das Brechen der Liebe beginnt ja in den meisten Fällen nicht in der Liebe selbst.

Die Gewohnheit
sucht die Bruchstellen
der Gefühle dort
wo sie wehrlos sind.

Und ein kleiner Knacks im Gefühl, kann sich in der Selbstverständlichkeit des Alltags, und der Sicherheit einer Beziehung entwickeln.

Sie schleicht sich
unbemerkt
in unsere Worte
und lässt Uns
selbstverständlich
werden.

Fehlende Kommunikation, Aufmerksamkeitsdefizit und eingefahrene Rituale und Routine werden dann zur Bruchstelle. Verlustängste und das Festhalten am Gewohnten, ist wie der Versuch eine Vase mit Klebstoff wieder ganz zu machen. Die kleine Stelle wird immer verletzlich bleiben, und leichter zerbrechen als der ganze Rest.
Dieses kurze Aufleuchten im Wind, löscht meist der Hauch von Enttäuschung, des Betruges (an sich selbst und dem Gegenüber), und die Sehnsucht nach Vollständigkeit.

Ich will deshalb nie selbstverständlich sein, und will nie aufhören, Dich anfangen zu entdecken.

Dies ist natürlich nur das Empfinden eines Mannes, der nicht nur über Gefühle spricht, sondern sie in mein Leben lässt, weil ohne Gefühl und Liebe das Leben einen Knacks hat.

Würde mich über Euer Fühlen und Denken sehr freuen.

Als die Liebe
das Verliebtsein
verloren hatte,
Selbstverständlichkeit
die Leichtigkeit ersetzte,
und in der Tiefe
der Beziehung nur noch
Schwere war,
fand die Versuchung
leicht ihren Weg
des Verliebtseins.

©Josef Ambrosch

Glücksrauch

Das kleine Haus unter Bäumen am See.

Vom Dach steigt Rauch.

Fehlte er

Wie trostlos dann wären

Haus, Bäume und See.

Bertolt Brecht, Der Rauch

Die Zeilen von Bertolt Brecht zeichnen mit Worten Bilder, die mich daran erinnern, wie perfekt und vollkommen mir das Leben manchmal Momente, Augenblicke und das Leben von anderen Menschen zeigt. Ein Leben, dem aber genau dieser Rauch fehlt.

Der Rahmen und die Farben sind perfekt aufeinander abgestimmt, und oft bin ich versucht keinen zweiten Blick auf dieses Bild zu machen. Ich habe jedoch gelernt, hinter Farben zu schauen, und mich darin zu suchen.

Den Rauch in meinem Leben habe ich gefunden. Er ist meine Sehnsucht, mein Fühlen und meine Liebe. Deshalb bin ich immer da zuhause, wo mein Gefühl und die Liebe ein Feuer entzünden, und der Rauch sanft kräuselnd durch den Kamin Bilder in unsere Herzen malt.

der Moment

als ich mit dir

ohne Gepäck

in Gefühlen verreiste

und alles bei dir fand

was ich zum Lieben brauchte

©Josef Ambrosch

Wunder haben keinen begrenzten Radius

„Dass dieses trübe, und zum Teil stürmische Jahr 2020 noch Wunder blühen hat lassen, ist ein Wunder für sich.“

Dieses jetzt hinter mir liegende Jahr, zeigte mir wieder, dass es nicht an den Umständen liegt, die Wunder möglich machen.

Wunder haben keinen begrenzten Radius, aber manchmal soll man über Grenzen, und aus sich heraus gehen, damit das Wunder sieht, ich bin da.

Wunder muss man in sein Leben lassen, besonders die, die man selbst noch machen muss.

Die Zeit zwischen dem Leben. Zeit um über mein Leben nachzudenken.

Den Tag warten lassen, um mehr von mir zu haben……

Mit diesen Worten, die ich auf meinem https://wortgefuehle.blog vor einiger Zeit geschrieben habe, zeigt sich am besten wie mein Leben, durch langsamer leben, lebendig und intensiv wurde.

Ich liebe es, dieses Leben zu berühren, zu fühlen, und dabei auf meinen Grund zu kommen. Konstantin Wecker singt in seinem wunderschönen Lied „Liebeslied im alten Stil“, dass es die Hauptsache ist sich zu berühren, und in sich einzutauchen. Einzutauchen, ohne zu wissen, wie tief dieses Meer ist.
Das Leben und die Liebe für mich selbst, schenken mir das Vertrauen, fliegen zu lernen, während ich falle.

Es sind meist die kleinen Momente des Glücks, die mich eintauchen lassen, in mich, meine Gefühle und Gedanken. Da ich leidenschaftlicher Kaffeetrinker bin, bewunderte ich lange Zeit, die glänzenden und verschnörkelten Wundermaschinen, aus denen unten das „Schwarze Gold“, wie von Zauberhand in die Tasse fließen kann. Ich hatte und habe eine davon auch noch in Gebrauch, einfach weil es z.Bsp. für mehrere Gäste praktisch ist.

Ein Moment des kleinen Glückes ist für mich jedoch meine kleine „Bialetti“. Die einfachste und ehrlichste Art, mir italienische Lebensfreude und Genuss zu schenken. Das kleine Wunderteil schenkt mir Zeit für mich, und hilft mir neue Perspektiven zu finden, sie lässt mich über Probleme lächeln, und ist meine Ruheinsel im Tag. Ich gebe mir Zeit, selbst gemahlenes Kaffeepulver in das Sieb zu füllen, dieses dann sanft zu schütteln um es zu verteilen. Beim Warten vor dem Herd denke ich oft an das Leben, und wie es sich bereithält, und lächle bei der Erkenntnis, dass ich früher für das Leben bereit war, und um wie viel besser es sich anfühlt jetzt selbst die Regie zu führen.
Die Kunst des richtigen Augenblicks lerne ich immer wieder, wenn es darum geht, sie punktgenau vom Herd zu nehmen und in die Tasse zu gießen.. Die richtige Menge Zucker, und dieses zärtliche umrühren, zeigen mir immer wie wichtig die Zutaten auch in meinem Leben sind, und wie unersetzlich die kleinen zärtlichen Momente zwischen meinem Leben und mir.

Die kurze Zeitspanne des Genusses der kleinen Tasse flüstert mir dann immer leise in die Seele:

als ich dachte
dass Leben eine Zeit ist
zeigte es mir
dass die Zeit
Leben ist